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Das Schwein als Totemtier, Totemtier

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Die Totemtier des Thau-Archipels

Stellt euch eine drei Meter hohe Gestalt vor, ganz aus Holz, Stoff und leuchtenden Farben, die im Rhythmus der Fanfaren inmitten einer jubelnden Menschenmenge tanzt. Ihr Kiefer klappert, ihre Träger lassen sie in die Höhe springen, die Kinder schreien vor Freude und Ehrfurcht zugleich. Willkommen in der faszinierenden Welt der Totemtierfiguren des Archipels von Thau, dieser legendären Wächter, die seit dem Mittelalter die Seele jedes Dorfes verkörpern. Vom Wolf von Loupian über den berühmten Tintenfisch von Sète bis hin zum Flamingo von Mireval erzählen diese Totems Geschichten von Tapferkeit, Schalk und tief verwurzelter Identität. Eine lebendige Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Eine lebendige mittelalterliche Tradition

Im Departement Hérault haben viele Dörfer ihr eigenes Totemtier. Diese Tradition reicht bis ins Mittelalter zurück, als Legenden von Abend zu Abend weitergegeben wurden und sich historische Fakten mit Volksfolklore vermischten. Diese Tiere verkörperten die kollektiven Ängste – den herumstreifenden Wolf, das Wildschwein, das die Felder verwüstet –, aber auch die Hoffnungen und Siege der Gemeinschaft über Widrigkeiten.

Aus Holz, Stoff und Pappe gefertigt und in leuchtenden Farben bemalt, werden diese Totems von Einwohnern getragen, die sich in die Struktur hineinschlüpfen. Im Rhythmus von Fanfaren und Abadias ziehen sie bei Votivfesten, Karnevals und Umzügen durch die Straßen. Manche besitzen bewegliche Kiefer, die über eine Schnur betätigt werden, andere bespritzen die Zuschauer – alle schaffen sie eine direkte Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Legende und Realität.

Der Archipel von Thau beherbergt mehrere dieser legendären Wächter. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigene Persönlichkeit und seine eigene Rolle im festlichen Leben des Dorfes. Begeben wir uns auf die Suche nach ihnen.

Die verschiedenen Totemtier

Wann kann man sie sehen?

Die Totemtierfiguren kommen vor allem bei den Patronatsfesten der einzelnen Gemeinden zum Einsatz, die meist im Sommer stattfinden. Diese mehrtägigen Feierlichkeiten verbinden religiöse Traditionen mit Konzerten, Tanzveranstaltungen, Umzügen und Paraden. In dieser Zeit ehrt jedes Dorf seinen Schutzpatron in einer typisch mediterranen Feststimmung.

Aber die Totems nehmen auch an den Karnevalsfeiern im Februar und März, an interkommunalen Veranstaltungen wie „Escale à Sète“ sowie an wichtigen offiziellen Zeremonien teil. Manche Dörfer führen sie sogar vor, um Persönlichkeiten zu empfangen oder sportliche Siege zu feiern.

Wenn Sie den Archipel von Thau im Sommer besuchen, werfen Sie einen Blick auf den Kalender der Volksfeste. Vielleicht haben Sie das Glück, dem Wolf zu begegnen, der mit den Kiefern knirscht, dem prahlerischen Schwein, dem Flamingo, der seine Farben zur Schau stellt, dem spritzenden Seepferdchen und dem Tintenfisch, der sich im Rhythmus der Fanfaren wiegt.

Diese Totemtierfiguren sind nicht nur Folklore für Touristen. Sie verkörpern eine lebendige Erinnerung, eine Identität, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Kinder von heute, die dem Wolf von Loupian hinterherlaufen, werden vielleicht die Träger von morgen sein. Die Jugendlichen, die unter den Spritzern der Meeräschen lachen, werden diese Tradition in zwanzig Jahren weiterführen. So leben die mittelalterlichen Legenden weiter, tanzen weiter und lassen die Dörfer des Archipels von Thau weiter vibrieren.

Die Termine der Votivfeste und Veranstaltungen, bei denen die Totemtierfiguren durch die Straßen ziehen, finden Sie im Kalender auf archipel-thau.com.

Quellen

Hérault Tourisme – „Totemtier, Fabelwesen des Hérault“ • Fremdenverkehrsamt Archipel de Thau • Rathäuser von Loupian, Mèze, Villeveyrac, Poussan, Mireval, Sète, Balaruc-le-Vieux, Bouzigues • Departementsarchiv des Hérault – Volksbräuche • Gralon.net – „Totemtier, eine Tradition im Hérault“ (2013)