
Blick auf das Meer vom „Friedhof des Meeres“
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Die Seefahrtsgeschichte des Archipels von Thau beginnt eigentlich im Jahr 1666, als Ludwig XIV. beschließt, den Canal du Midi mit dem Mittelmeer zu verbinden. Der König wählte das Kap von Sète als Ort, an dem das offene Meer und die Binnenwasserstraßen aufeinandertreffen sollten. Diese strategische Entscheidung verwandelte ein einfaches Felsvorgebirge in einen blühenden Seehafen.
Sète wird schnell zum wichtigsten Fischereihafen des französischen Mittelmeers, eine Stellung, die es bis heute innehat. Der Hafen empfängt die Trawler, die täglich in See stechen und damit eine jahrhundertealte Tradition fortsetzen. Die 650 Meter lange Mole Saint-Louis, die bereits bei der Gründung der Stadt erbaut wurde, schützt die Schiffe noch immer vor den Stürmen auf hoher See. An ihrem Ende leitet der 33,50 Meter hohe Leuchtturm Saint-Louis seit dem 17. Jahrhundert die Seeleute mit seinem roten Licht.
Das maritime Erbe spiegelt sich auch in den Traditionen wider. Die Joutes languedociennes, ein jahrhundertealter Sport, bei dem die Teilnehmer auf Booten gegeneinander antreten, beleben seit Jahrhunderten die Kanäle und den Hafen. An der Saint-Pierre, dem Fest der Fischer, zieht jedes Jahr eine farbenfrohe Prozession vom alten Hafen aus zu Ehren des Schutzpatrons der Seeleute. Diese Feierlichkeiten erinnern daran, wie sehr das Meer nach wie vor im Mittelpunkt der Identität dieser Region steht. Sie finden in den Küstenstädten und -dörfern des Archipels von Thau immer wieder statt. So kann man in Frontignan und Balaruc-les-Bains den Wettkämpfern zusehen oder in Mèze dem Umzug zu Ehren des Heiligen Petrus folgen.
Das Musée de la Mer in Sète zeigt Schiffsmodelle, Berichte von Fischern und Objekte, die die Geschichte des Hafenbaus nachzeichnen. Dort erfährt man, wie dieses Inselgebiet, das zwischen Meer und Lagune liegt, dank der maritimen Aktivitäten trotz der Konkurrenz anderer Mittelmeerhäfen zu Wohlstand gelangte.










