Vor mehreren Millionen Jahren hat die Hebung der Pyrenäen und des Zentralmassivs die Kontinentalplatte gefaltet. Die Monts de la Gardiole, der Mont Saint-Clair und die aus dem Zentralmassiv stammenden Vulkane, die am Cap d’Agde enden, schufen ein Tal unterhalb des Meeresspiegels. Diese Senke blieb lange Zeit trocken und wurde von Flüssen durchzogen, die erst weit entfernt ins Mittelmeer mündeten.
Dann änderte sich das Klima. Vor 10.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit, stiegen die Temperaturen. Die Gletscher schmolzen. Das Mittelmeer stieg um etwa hundert Meter an und überflutete das Flachland. Das Tal stand unter Wasser. Diese Meerestransgression schuf die Lagunen des Languedoc.

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Lagune von Thau, Luftaufnahme der Austernbänke
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Bootsfahrt (Zodiac) mit dem X-Boat, Lagune von Thau.
Vor etwa 6.000 Jahren schoben Meeresströmungen die Sedimente der Flüsse vor sich her. Zwischen dem Mont Saint-Clair und dem Mont Saint-Loup bildete sich nach und nach eine Sandbank, die die Lagune vom Meer abschottete. Der Étang de Thau, wie wir ihn heute kennen, war entstanden. Wissenschaftler wissen dies dank indirekter Hinweise: Die Artbildung der Seepferdchen von Thau deutet darauf hin, dass die Lagune seit mehreren Jahrtausenden abgetrennt ist.
Die außergewöhnliche Tiefe des Thau lässt sich durch diese bewegte Geologie erklären. Die Fosse de la Vise vor der Küste von Balaruc-les-Bains reicht bis auf 32 Meter hinab. Es handelt sich um eine Süßwasserquelle, die aus der Tiefe heraufströmt. Legenden erzählen, dass ein alter Vulkan oder eine versunkene Stadt auf dem Grund schlummern würde. Die Realität sieht anders aus, ist aber ebenso faszinierend: Das von den Thermen von Balaruc-les-Bains geförderte Thermalwasser stammt aus diesem Karstgrundwasserleiter, der mehr als 2.000 Meter unter die Erde reicht.






