Wenn man nach Balaruc-le-Vieux kommt , muss man zunächst herausfinden, wie man ins Dorfzentrum gelangt. Hier gibt es kein monumentales Tor, nur Treppen, die sich zwischen den mit Strebepfeilern versehenen Stadtmauern hindurchschlängeln, den letzten Zeugen des Mittelalters. Diese Mauern aus goldgelbem Stein wurden sorgfältig restauriert und verleihen dem Dorf wieder sein ursprüngliches Aussehen.
Oben angekommen, tauchen Sie in ein Labyrinth aus engen, gewundenen Gassen ein, in dem jede Straßenecke eine Überraschung bereithält: alte Türenmit kunstvoll gearbeiteten Beschlägen, ein Überbleibsel der mittelalterlichen Burg, das sich mittlerweile in das Stadtbild eingefügt hat, die Kirche Saint-Maurice aus dem 14. Jahrhundert, die in der Mitte der Spirale thront.
Der wahre Rundgang durch Balaruc-le-Vieux führt von Platz zu Platz, vom Dorfkern zu den Stadtmauern und zurück. Beginnen Sie am Place Lucien Assié, wo ein jahrhundertealter Maulbeerbaum seinen wohltuenden Schatten spendet. Schlängeln Sie sich bis zum „Plan des 4 Seigneurs“, der daran erinnert, dass sich einst vier mächtige Herren die Herrschaft über das Dorf teilten. Steigen Sie hinauf zur Promenade der Stadtmauern, die das kreisförmige Dorf umrundet und an jedem Abschnitt einen anderen Blick auf die Lagune bietet.
Und dann ist da noch die Place du Truc, wahrscheinlich einer der schönsten natürlichen Aussichtspunkte des Archipels von Thau. Der faszinierende Name stammt aus dem Okzitanischen „truc“, was „Höhe“, „erhöhter Ort“ bedeutet. Von hier aus reicht der Blick weit: Unterhalb schimmert die Bucht von L’Angle, deren Brackwasser von Vögeln bevölkert ist. Dahinter erstreckt sich die Lagune von Thau über 7.500 Hektar, auf denen die Austernbänke schwimmen. Am Horizont zeichnen die Hügel der Moure ihr sanftes Relief. Und bei perfekter Sicht spannt sich die Kette der Pyrenäen mit ihrer schneebedeckten Silhouette im Süden. Die Sonnenuntergänge werden hier zu einem Spektakel: Der Himmel steht in Flammen, das Wasser färbt sich orange und rosa, die Silhouetten der Austernbänke zeichnen sich als Schattenbilder ab.











