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Die Keramiken von Thau

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Einzigartiges Land Wenn Keramik von der Seele Sètes erzählt

Im Kreativraum von „La Boussole à Facettes“ formen die Hände von Cyrielle Garrigues weit mehr als nur Keramik. Sie formen Erinnerungen, prägen Traditionen und verleihen einer Stadt Identität, deren Entstehung sie nicht miterlebt hat, die sie sich aber ausgesucht hat. Willkommen bei Terre Singulière, wo jedes Stück eine Liebeserklärung an die Île Singulière ist.

Aktualisiert am 15 Juni 2026

Von einer bretonischen Leidenschaft zu einer Geschichte aus Sète

Cyrielle wurde in Saint-Brieuc in der Bretagne geboren. Als Teenager nahm sie während der Sommerferien an Töpferkursen teil – eine Leidenschaft, die jahrelang in der Versenkung verschwand. In ihrem Erwachsenenleben kehrte die Keramik zurück und wurde für sie während des Studiums zu einem Rückzugsort. „Wenn ich den Kopf frei bekommen musste, habe ich wieder mit dem Töpferkurs angefangen. Es war ein Hobby, bei dem ich wirklich abschalten konnte.“

2017 änderte sich alles. Eine Freundin, die ein Restaurant betreibt, bestellte bei ihr Schalen, die sie im Handel nicht finden konnte. Zur gleichen Zeit entdeckte Cyrielle Sète. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie kündigte ihren Job und gründete Terre Singulière. „Es ergab sich ganz von selbst, es musste einfach so sein.“

Der Name ihres Ateliers sagt schon alles. Paul Valéry nannte Sète „l’Île Singulière“ (die einzigartige Insel). Als Cyrielle in dieser Stadt begann, mit Ton zu arbeiten, drängte sich die Verbindung ganz natürlich auf: Terre Singulière. Später, als sie ihr Atelier in die Rue Paul Valéry verlegte, „dachte ich mir, dass sich die Sterne günstig ausgerichtet haben“.


EINE EINZIGARTIGE TECHNIK IM DIENSTE DER TRADITIONEN

Öffnen Sie die Tür zum Atelier. Auf der Werkbank liegen Platten aus frischem Ton, Werkzeuge und Abdrücke. Cyrielle arbeitet mit rotem Steingut, das nach dem Brennen kleine schwarze Körner offenbart, die an Strandsand erinnern.

Ihre Technik? Eine raffinierte Mischung aus Gravur, Druck und Einlegearbeit. „Eigentlich glaube ich, dass ich nicht wirklich viel Talent zum Zeichnen habe. Durch dieses Stempelsystem muss ich nur wissen, wie ich das Objekt richtig auf den Ton drücke, solange er noch frisch ist. So entsteht das Symbol.“

Schaut ihr bei der Arbeit zu. Sie rollt den Ton durch eine Walze, „das erinnert mich an meine Mutter, die ihren Kuchenteig ausrollte“, dann kommt der magische Moment: der Abdruck. Eine echte Austernschale, eine Muschel, ein Rosmarinblatt. „Mit einer echten Pflanze erreicht man eine Detailgenauigkeit, die ich mit einer Zeichnung niemals hinbekommen würde.“

Die Gravuren werden von Hand angefertigt. Ein Oktopus mit acht Tentakeln, eine Sardine, eine Dorade. Dann kommt das Pigment, blau wie das Meer, schwarz wie Tinte, das sich in die Vertiefungen schleicht. „Ich mag diese Haptik, dieses Relief, das verleiht dem Ganzen wirklich eine besondere Note.“

Der Prozess braucht Zeit. Mindestens einen Monat zwischen der Formgebung und dem emaillierten Stück. „ Man arbeitet mit den Elementen, dem Wetter. Die Zeit spielt eine Rolle.“


EINE ODE AN DIE GASTRONOMIE VON SÈTE

Im Schaufenster von „La Boussole à Facettes“ erzählen die Kreationen die Geschichte von Sète. Da ist die berühmte Tielle-Platte, ihr Flaggschiff, mit dem eingeprägten Abdruck einer Muschel. Die Austernplatten spiegeln die Farben des Beckens wider: Meeresblau, Sonnenuntergangsrot, Gelb, Schwarz, Violett. Auf einigen sind Abdrücke echter Muscheln zu sehen. Auf anderen bilden Buchstaben aus Teig das Wort „Macaronade“. Es gibt auch Magnete mit dem Bildnis von Sète, die „Pavois’péro“, mit Rosmarin verzierte Pizzateller und diese kleinen Pflanzenspieße, die Zitate von Paul Valéry oder Brassens tragen.

Jedes Symbol erzählt eine Geschichte. Sardinen, Doraden, Seepferdchen, Anker, Boote… „Ich bin in der Bretagne geboren, daher habe ich eine ziemlich starke Verbindung zur Meereswelt. Ich fühle mich Sète sehr verbunden, wegen der Verbindung zum Hafen, zum Wasser. “ Ihre Kollektion ist im Laufe von acht Jahren gewachsen, und jedes Stück bleibt ein Unikat. „Die Art und Weise, wie ich die Muschel platziere, sorgt dafür, dass jedes Mal die Einzigartigkeit des Stücks garantiert ist.“


DER FACETTENKOMPASS: GEMEINSAME KREATIVITÄT

Seit Sommer 2023 ist Cyrielle Teil von „La Boussole à Facettes“, einem hybriden Ort, der Atelier und Boutique lokaler Designer vereint. „So kann ich den Atelier- und den Boutique-Bereich an einem Ort zusammenführen. Und dann ist da noch der direkte Kontakt zu den Kunden, die bei uns Bestellungen aufgeben können.“

Denn Cyrielle arbeitet auch nach Maß. Restaurants fragen bei ihr nach speziellen Tellern, Privatpersonen möchten ein Stück individuell gestalten. „ Es geht von einer Anfrage aus, die ich dann nach meinem Geschmack umsetze, und so entsteht ein neues Stück für die Kollektion.“

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