SèteGrößter Fischereihafen im französischen Mittelmeerraum
Als Ludwig XIV. 1666 beschloss, einen Hafen zu errichten, um den Canal du Midi mit dem Mittelmeer zu verbinden, ahnte er noch nicht, dass Sète zum wichtigsten Fischereihafen an der Mittelmeerküste werden würde. Das alte Hafenbecken, geschützt durch die bereits bei der Gründung errichtete Mole Saint-Louis, beherbergt seit jeher die Fischereiboote. Auch heute noch zieht das Schauspiel der zurückkehrenden Trawler jeden Nachmittag die Blicke von der Promenade an, die den Hafen überragt.
Im 18. Jahrhundert führten Provenzalen und Italiener aus Genua und Neapel die Techniken des Thunfischfangs ein. Die Einwohner von Sète passten sich schnell an und verdrängten die Ausländer bereits 1874. Sie entwickelten den Fang mit Treibnetzen, um Sardinen, Makrelen und Thunfische zu fangen. Später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, tauchte die „Bœuf“-Fischerei auf: Zwei Boote zogen gemeinsam ein „Ganguy“-Netz, das die Fische in eine Tasche leitete. Angesichts von Missbräuchen wurde der Trawlerfischfang in den 1930er Jahren auf Einzelboote umgestellt.

Fischerei, Hafen, Fischauktionshalle, Sète
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Luftaufnahme von Sète, dem Yachthafen und Saint-Clair
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Im Jahr 1960 führte die Ankunft von Rückkehrern aus Nordafrika zu einer Veränderung der Arbeitsweisen. Auch Fischer aus Cetara, einer italienischen Gemeinde in Kampanien, ließen sich in Sète nieder und brachten ihr Know-how im Bereich der Sardellen mit. 1967 wurde die Fischauktion von Sète als erste in Europa computerisiert. Eine Modernisierung, die es ermöglichte, den Verkauf zu optimieren und die Produkte aufzuwerten.
Heute gibt es in Sète etwa fünfzehn Trawler und etwa fünfzig kleine Fischereiboote. Die Fischauktion verkauft 120 verschiedene Fischarten: Seeteufel, Meerbarbe, Lodde, Tintenfisch, Dorade, Sardine, Sardelle. Jährlich werden etwa 2.200 Tonnen Fisch vermarktet. Der Hafen beliefert ganz Frankreich, aber auch Italien und Spanien. Die Flotte von 18 Thunfischwadenfängern mit einer Länge zwischen 32 und 40 Metern bricht jedes Jahr im späten Frühjahr zu einer Fangreise vor die Küsten Maltas und der Balearen auf. Ihre Fänge machen 50 % der französischen Quote für Roten Thun aus.
Die Fischauktion findet täglich statt. Die Auktionen finden im Amphitheater oder online statt. Das Gebäude, das als „bemerkenswerte zeitgenössische Architektur“ ausgezeichnet wurde, ist Teil der Geschichte eines Hafens, der sich immer wieder neu erfunden hat.













